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Pfarrer                                 Diakonin

Jürgen Knöbl                         Miriam Ade


ANSPRACHE-aktuell 14. Februar 2017

In den USA kommt ein Lehrer vor einer Woche (Spiegel-online 6. Februar 2017) auf eine verblüffende Idee, auf eine Spielart der Liebe. Gerne bedenke ich diese Idee am Gedenktag des Heiligen Valentin (14. Februar)

Die Liebe eines Lehrers

Eine Geschichte zum Valentinstag

1.

Welch ein Einfall: Liebe zeigen wollte ein Lehrer in den USA. Nicht immer nur lernen, Noten geben, Kämpfe schlichten oder zur Ordnung rufen. Das war der Lehrer Leid. Er wollte auch seine Liebe zu seinen Schülern zeigen. Und kommt auf eine fantastische Idee.

Im Leseraum der Schule stellt er einen Stuhl in die Mitte des Raumes, davor eine Kamera. Seinen Schülern sagt er etwas von einem „Experiment“ in Sachen Biologie und Verhaltensforschung. Dann bittet er seine Schülerinnen und Schüler einzeln in den Raum und setzt ihn oder sie auf den Stuhl, vor laufender Kamera. Es kommt aber kein Experiment, sondern seine Spielart der Liebe. Jedem Schüler und jeder Schülerin, die gerade im Raum ist, sagt der Lehrer, warum er ihn oder sie besonders mag. Du inspirierst mich; sagt er zu einer; oder: Du bist ein Glück für die Klasse, weil du versöhnen kannst; oder: Deine Freundlichkeit tut uns allen gut. Am Ende jedes Lobs sagt der Lehrer immer: Ich bin gerne dein Lehrer.

Und die Schüler und Schülerinnen? Sind am Anfang meist etwas verunsichert, dann aber verblüfft und sehr dankbar. Einigen kommen beim Hören von der Liebe des Lehrers die Tränen.

2.

Welch ein Einfall. Und wie schön, dass wir davon erzählen können in der Woche des 14. Februar, dem Gedenktag des Heiligen Valentin (etwa um 300), Schutzpatron der Liebenden. Aller Liebenden, nicht nur der sich liebenden Paare. Liebe hat viele Spielarten. Liebe ist manchmal wie ein Rausch, das ist wahr. In ihrem Kern aber ist sie nur eines: Wertschätzung eines anderen. Auf welche Weise auch immer.

3.

Es gibt viele Einwände gegen Gott. Das wissen wir und empfinden wir oft. Zugleich gibt es aber etwas, das nicht nur für ihn spricht, sondern auch direkt in seine Nähe führt: die Liebe; das eigentlich Menschenunmögliche. Ist es vorstellbar, dass Menschen sich die Liebe erfunden haben? Diese ewig kämpfenden und um ihr Interesse streitenden Menschen? Kaum.

Liebe ist ein Geschenk Gottes. Als er Adam und Eva das Paradies verschloss, schenkte er ihnen Kleidung gegen die raue Welt. Eines dieser Kleider ist die Liebe. Also die Wertschätzung füreinander. Wertschätzung heißt nicht, dass wir alles richtig und gut finden müssen, was andere tun. Es heißt aber, dass wir uns durch nichts und niemanden dazu verleiten lassen, einem anderen Menschen unsere Achtung zu verweigern. Das Reich Gottes, von dem Jesus spricht, ist Liebe. Liebe ist Achtung, Wertschätzung. Sie muss manchmal streng sein, wenn man Lieblosen begegnet. Ohne Achtung aber ändert man keines Menschen Verhalten. Man kann verachten, was einer tut; man muss ihn aber achten, weil er ein Mensch ist und bleibt.

Man kann sich vielleicht gut finden, wenn man böse ist; man kann sich selbst aber nur dann lieben, wenn man andere liebt.

                                                                                                                             Michael Becker


Aus dem Pfarramt der Matthäusgemeinde grüßen herzlich

Pfarrer Jürgen Knöbl                                 Diakonin Miriam Ade                        Sekretärin Monika Müller