Herzlich Willkommen

auf der Homepage der Matthäusgemeinde Steinbach/Sinzheim. Wir freuen uns, dass Sie sich für unsere Kirchengemeinde interessieren.

Klicken Sie auf einen der Buttons und Sie werden zu den einzelnen Informationen weitergeleitet. Blättern Sie durch unsere Homepage - es gibt viel zu entdecken.

Wir laden Sie ein unsere Gemeinde kennenzulernen und wünschen Ihnen viel Freude auf unserer Seite.


Pfarrer                                 Diakonin

Jürgen Knöbl                         Miriam Ade

ANSPRACHE- aktuell 23. August 2016

Auf der Straße ereignet sich eine Sommergeschichte. Bei genauerem Nachdenken erweist sich die Allerweltsgeschichte als ein Gleichnis vom Erbarmen.

Der kleine Moment des Erbarmens: Eine Sommergeschichte

1.

Vor drei Tagen geschieht Folgendes (n-tv. 20.8.17): An einem späten Nachmittag läuft ein Mann auf der Straße. Es ist windig. Vermutlich geht er von der Arbeit nach Hause. Am Straßenrand sieht er einen Jungen sitzen, der etwa sieben Jahre alt ist, wie die Zeitung schreibt.

Der Junge hat ein Stofftier in der Hand und wirkt etwas trostlos. Der Mann bleibt stehen und spricht den Jungen an. Er fragt ihn, was denn mit ihm los sei. Der Junge sagt, dass er Hunger habe. Er möchte gerne sein Stofftier verkaufen und sich für das Geld etwas zu essen besorgen. Der Mann nimmt den Jungen mit. Sie gehen in einen Imbiss. Der Junge isst sich dort satt. Sein Stofftier darf er behalten.

Derweil ruft der Mann auch beim Jugendamt an. Die nehmen die Dinge in die Hand. Es sind schlimme Dinge einer verwahrlosten Familie. Der Junge aber ist erst einmal satt und bekommt jetzt ein Bett. Womöglich für länger.

2.

Solche Geschichten gibt es. Bestimmt mehr als einmal am Tag. Längst nicht alle Geschichten stehen aber auch in der Zeitung. Die schnelle Welt vergisst auch schnell. Das Gute noch schneller als das Böse. Aber die Geschichte erzählt etwas. Ich erkenne da einen kleinen Moment des Erbarmens. Vielleicht denkt der Mann, als er den Jungen sieht: Du darfst jetzt nicht einfach weitergehen, als hättest du das nicht gesehen. Du solltest bei dem Jungen nachfragen.

Kann sein, dass vorher schon einige andere vorbeigelaufen sind. In einer Stadt sitzen ja viele am Straßenrand und wollen dies oder das. Manchmal pöbeln sie die Vorübergehenden auch an oder sind ziemlich betrunken. Der Junge aber sitzt nur da. Mit seinem Stofftier im Arm.

Den einen Mann berührt das. Mehr ist nicht.

3.

Doch. Wenn ich genau hinsehe, ist noch mehr. Es ist keine Allerweltsgeschichte. Es ist mehr zu erkennen. Und zwar etwas ziemlich Großes. Die Welt kennt kein Erbarmen. Mit nichts. Nur der Mensch kennt es. Der Welt bin ich egal. Der Junge ist ihr auch egal. Die Kinder in Syrien sind dem syrischen Herrscher Assad und den von Putin eingesetzten russischen Bombern egal. Häufiger als früher sind Menschen einander egal. Man geht aneinander vorbei und denkt: Was geht mich das an.

Oder aber man bleibt stehen und beugt sich hinab, in diesem Fall zu dem Jungen. Man empfindet etwas. Man ist vielleicht angerührt von schmutzigen Kleidern oder einem traurigen Gesicht. Vielleicht auch von dem zerschlissenen Stofftier. Und spürt etwas, was der Welt oft fremd ist: den kleinen Moment aus Erbarmen. Sich Niederbeugen ist Liebe. Liebe ist Sehen und Fragen: Was ist denn mit dir? So beginnt Erbarmen.

Erbarmen gibt es, weil es Gott gibt. Der uns bittet: Geht nicht vorüber. Seht bitte hin.

Michael Becker

mbecker@buhv.de



Aus dem Pfarramt der Matthäusgemeinde grüßen herzlich

Pfarrer Jürgen Knöbl                                 Diakonin Miriam Ade                        Sekretärin Monika Müller